Beziehung oder Single?


Hallo,

heute Abend hatten wir wieder eine schöne BodyConditioning-Stunde. Schön anstrengend für den Oberkörper auf jeden Fall, denn heute standen ausschließlich Übungen für Arme, Schultern, Bauchmuskeln und Rücken an. Die Nachwirkungen sind noch zu spüren – hoffentlich gibt es morgen nicht allzu großen Muskelkater.

In meinem heutigen Blog-Eintrag möchte ich mich mit dem Thema „Beziehungen“ beschäftigen, was in letzter Zeit ziemlich präsent ist.
Nicht nur in der Duo-Szene, von der ich in meinem letzten Eintrag berichtet hatte, sondern auch im Sprechunterricht, im Tanz und im Gesang taucht dieses Thema auf.
Im Sprecherziehungsunterricht behandeln Kathrin und ich gerade einen Text, der sehr viel Interpretationsfreiheit bietet, da entscheidende Wörter weggelassen wurden.
„Er war gewesen ihr
Sie war gewesen sein
Sie hatte gehabt ihn zum
Sie waren gegangen zusammen
…“
Abwechselnd sprechen wir Vers für Vers, sodass ein Gespräch entsteht. Damit dieses authentisch wirkt, muss der Text auch wie eine Szene behandelt werden, was bedeutet, dass zunächst die W-Fragen beantwortet werden müssen.
Wer bin ich?
Wem erzähle ich das?
Was erzähle ich?
Warum erzähle ich das?
Was möchte ich beim Partner erreichen?

Und zu guter letzt: Wo und wann erzähle ich es, denn auch das hat Einfluss auf die Stimme.

Sind all diese Fragen geklärt, hat man auch eine Motivation für seinen Text. In der Eigenerarbeitung und für das Auswendiglernen macht sich jeder Gedanken zu seiner Person. Jetzt macht erstmal alles Sinn, doch dann kommt der Partner in’s Spiel, womit wir wieder beim Thema Aktion – Reaktion wären. Man kann noch alles so gut durchdacht und geplant haben, in der Kommunikation muss eine Offenheit vorhanden sein. Es geht um das genaue Zuhören, wie mein Gegenüber etwas sagt. Davon muss ich mich zunächst treffen lassen und die Information verarbeiten, bevor ich durch den dadurch verursachten Impuls meine Zeile „sende“. Erst wenn man es schafft, den Text immer wieder neu entstehen zu lassen – denn komplett gleich wird eine Szene nie ablaufen – kommt es zu einer Authentizität.

Das macht für mich gutes Schauspiel aus und genau das wird im Meissner-Unterricht geschult, denn hier liegt der Fokus auf dem Zuhören und das Folgen von Impulsen. Ich bin ein großer Fan von diesem Fach, denn es hat bei mir schon viel ausgelöst. Da man nämlich hier mit seinen sozialen Stärken und Schwächen konfrontiert wird, ist es nicht nur eine Schauspieltechnik, sondern hat auch eine Bedeutung für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Ich bin sehr froh, dass ich im Meissner-Unterricht, dem ich zu Beginn des ersten Semesters immer mit großem Respekt gegenüberstand, eine Freiheit in mir gefunden habe, die es ermöglicht, Emotionen kommen zu lassen und diese auch aus voller Überzeugung rauszulassen. Denn wenn man seine Ängste und seine Aufregung erst einmal abgelegt hat, kann der Körper auch machen… Trotzdem ist das manchmal doch noch leichter gesagt als getan.

Zurück zum Thema Beziehungen: In Steppen wird das Prüfungsthema voraussichtlich auch Beziehungen sein. Weil wir in unserem Tanzlevel drei Männer und drei Frauen sind, nutzen wir das und stellen in unserem Warm-up unterschiedliche Beziehungen dar. Echt spannend, wenn zu dem technischen Aspekt dann auch der schauspielerische Teil dazu kommt. Das erhöht auch den Spaßfaktor! (:
Und auch unsere Choreografie wird ein Pas de deux sein, welches wir zu „Ich Steine, du Steine“ von Peter Fox tanzen werden. Das Lied klingt erstmal nicht wie ein typisches „Stepplied“ aber warum nicht auch mal zu einer Ballade steppen? Steppen muss nämlich nicht immer nur laut sein.

Ihr Lieben, ich verabschiede mich jetzt, trinke noch meinen Pfefferminztee aus und werde gleich schlafen 😉

Habt eine schöne Woche mit vielen guten, authentischen Gesprächen!

Euer Felix

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