Der Herbst hat es in sich!


Moin Moin, liebe Leute!

Dass ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin, meinen Text so zu beginnen. Als gebürtiger Schleswig-Holsteiner wächst man zwar mit dem „Moin Moin“ auf aber in dem Jahr, in dem ich in Berlin gelebt habe, muss ich es mir wohl fast abgewöhnt haben.
Sowohl das Moin, als auch das Wasser gibt mir das Gefühl von Heimat und ich sage Euch, es gibt nichts Schöneres, als morgens mit der U3 an den Landungsbrücken mit Blick auf die zwei Stage-Theater vorbeizufahren, den Tag mit einem kurzen Gang entlang des Wassers zu beginnen und nach einem ereignisreichen Tag die Academy zu verlassen und die Ruhe des Wassers zu spüren.

Langsam nähern wir uns wieder der kälteren Jahreszeit und der Herbst sagt „Hallo“. Ich kenne sehr viele Menschen, die sich ungern mit dem Herbst anfreunden wollen – da bin ich wohl eine der wenigen Ausnahmen, die sich auf ihn freuen. Tee trinkend bei Kerzenschein zu guter Musik auf dem Sofa sitzend – so verbringe ich dann meistens meinen Abend. Die Melancholie des Herbstes zwingt einen nämlich, sich einmal Zeit für sich zu nehmen und bietet Raum zum Nachdenken. Das bleibt meistens in dem alltäglichen Stress auf der Strecke und ich finde es gerade in der „dunkleren“ Jahreszeit wichtig, dass man sich bewusst Gutes tut. So kriegt man den Kopf frei und kann sich wieder auf Neues einlassen.
Die heutige Morning Class fing in kleinerer Besetzung an – Zurzeit gibt es bei uns viele krankheitsbedingte Ausfälle. Auch ich musste deshalb letzten Freitag im Bett verbringen und hatte das Wochenende zwar die Chance, ordentlich Schlaf aufzuholen, dadurch aber einen schwierigen Start in diese Woche: In den Tanzklassen fiel es mir schwer, meine Achse zu finden, was dazu führte, dass ich mich durch das Ärgern darüber, teilweise nicht richtig konzentrieren konnte. Im Gesangsunterricht war anfangs noch Müdigkeit in der Stimme bemerkbar, was sich dann zum Glück legte. Spätestens in Ensemble waren wieder alle Antennen ausgefahren, denn es gab ein neues Lied: „American Idiot“ aus dem gleichnamigen Musical mit Songs von Green Day.

Was gibt es noch zu berichten?
Wie Luisa in ihrem letzten Blogeintrag schon sagte, es geht nach der Halbzeit immer mehr in Richtung Prüfungen. Das merkt man besonders in den Tanzklassen. In Jazz kommen mehr und mehr Kombinationen hinzu und wir arbeiten jetzt mehr an Choreografien. In Ballett wird das Stangentraining durch die eine oder andere Diagonale ergänzt und sogar in Steppen bauen wir die gelernten Schritte zu Diagonalen und kleinen Choreografien zusammen. Mich motiviert das sehr, weil ich dadurch merke, dass wir beispielsweise in Steppen schon ganz schön viel gelernt haben. Und das hat sogar einen sehr positiven Effekt auf meine Technik, weil ich mich durch die Schrittabfolgen mehr „gehen lassen“ kann. Mein Problem beim Steppen ist nämlich aktuell noch, dass ich immer auf zu hohem Fuß stehe und mich schnell verkrampfe, wenn ich mich zu sehr auf einen Schritt fokussiere. Mein Lehrer hat uns gesagt: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es springen muss“ – Man muss sich gut einteilen, wo im Körper gerade am meisten Arbeit benötigt wird und wo etwas reduziert werden kann.

In der letzten Meissnerstunde kam neben der zwei Personen, die miteinander „meissnern“, eine weitere hinzu, die das ganze Geschehen gefilmt hat. Es war spannend, sich in die Rolle des Kameramanns zu begeben und mit der Kamera das einzufangen, was man als wichtigen Fokus ansieht. Zu sehen, welchen Einfluss die Kameraposition auf das Geschehen einnimmt, war echt interessant.
Viel herausfordernder ist es aber in der Position des Spielers. Es ist ohnehin schon nicht leicht mit jemandem vor einer Gruppe, die einem volle Aufmerksamkeit schenkt, zu stehen und zu meissnern. Jetzt kommt aber noch die Kamera hinzu, die teilweise beinahe am eigenen Gesicht klebt, die es aber nicht zu beachten gilt. Sich davon nicht beeindrucken zu lassen, ist echt schwer, vor allem wenn man weiß, dass man sich seine eigene Szene gleich auf dem Bildschirm angucken wird.
Im ersten Moment ist es ein komisches Gefühl, sich auf dem Bildschirm beim Reden zuzuschauen aber es macht einen doch einmal auf eventuelle Ticks aufmerksam. Im zweiten Durchgang, eine ca. 30-minütige Szene, in der ich mit einem weiteren Schüler involviert war, klappte das Ganze schon deutlich besser. Die Handlung war sehr emotional und dadurch, dass ich so auf meinen Mitschüler fokussiert war, hab ich die Kamera ganz vergessen. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis, zu sehen, wie ich beim Ausrasten, Anschreien aber auch in ruhiger sensibler Verfassung, nach außen hin wirke.

Für die Woche habe ich mir vorgenommen, vorrangig an der Emotionalität innerhalb eines Songs zu arbeiten. Am Samstag sind wir das zweite Mal auf der Bühne der Neuen Flora und nachdem ich das letzte Mal eine sehr szenische Up-Tempo-Nummer gesungen habe, will ich dieses Mal eine Ballade singen.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche!

Euer Felix

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