Salto rückwärts aus dem Stand :)


Es ist ein tolles Gefühl, nach Hause zu kommen, festzustellen, dass es gerade erstmal halb acht ist und man sofort ins Bett fallen könnte, denn das ist immer ein Zeichen für einen wahnsinns Tag und so einen hatte ich heute.

Begonnen hat es wie jeden Morgen um halb 9, heute mit dem Ballett Warm up von Susanne. Nach den Ferien beginnen wir die erste Woche immer mit Floor Barre, einem Programm, welches die Muskeln dehnt und die Übungen die normaler Weise an der Stange stattfinden, am Boden vorsieht. Doch heute befinden wir uns ja bereits in der zweiten Schulwoche nach den langen Sommersemesterferien und somit bestand das Warm up aus einer Vielzahl an Stangenübungen, einer kurzen Übung in der Mitte und einer Battementdiagonale, selbstverständlich mit allen Schülern der Schule. Wir fingen mit Tendus an, gingen über Ronds de Jambes bis hin zu Grand Battements, wobei heute zwischen den verschiedenen Tanzlevels, sprich 1, 2a/b und 3 differenziert wurde und die Übungen dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad angepasst wurden. Bei der Battementdiagonale beispielsweise (Battement: Das Spielbein wird gestreckt in die Luft „geschlagen“) machte Level 1 die Abfolge in halbem Tempo mit Balancen, Ballett 2a/b in schnellem Tempo mit 1-2 Pirouetten, und wir, Level 3 machten Développés auf halber Spitze (Développé: „Entfaltung/Entwicklung“ des Beins durch ein Passé bis hin zum gestreckten Bein) und sollten 3-4 Pirouetten drehen. Dies war zumindest einen Versuch wert :p

Weiter ging es mit Jazz bei Philip Kempster. Wir hatten in der letzten Woche bereits Teile unseres Warm ups gelernt, wie beispielsweise Tendus, Jetés und Pliés, die natürlich auch in Jazz geübt werden müssen, jedoch auf eine anderen Art und Weise als in Ballett. Wo in Ballett die Arme weich und geschmeidig aussehen müssen, haben wir in Jazz feste und starke Arme, um besser Akzente setzen zu können, oder aber um schneller zu drehen. Wir haben heute also die Übungen des Warm ups vervollständigt, sprich Balancen mit hohen Beinen, Penchés ( der Oberkörper neigt sich mit gestrecktem Rücken dem Boden entgegen, während das Bein in einer Arabesque immer höher steigt) und eine Pirouettenfolge gelernt und diese versucht so schnell wie möglich detailgenau und akzentuiert umzusetzen. Schließlich haben wir noch eine Battementfolge gelernt, in der wir unsere Beine so hoch wie möglich schmeißen sollen, ohne jedoch die Beine zu beugen, auf relevé zu gehen oder gar zu vergessen die Füße zu strecken. Zum Schluss haben wir noch eine Runde Grand Battements gemacht, einmal quer durch den Raum New York und somit endete dann auch schon die heutige Jazzstunde.

Das nächste Fach war Ensemblegesang bei Sebastian de Domenico. Zuerst haben wir eine Stunde mit allen anderen zusammen, später in Semester geteilt. Da wir uns alle bisher nur bewegt hatten und stimmlich noch nicht recht fit waren, haben wir mit Sebastian zuerst einmal eine halbe Stunde Einsingübungen gemacht, bei denen wir sowohl die Stimme aufwärmen, sie zusätzlich aber noch im Körper verankern. Dies geschieht beispielsweise durch eine Übung, in der wir unsere Range (Stimmumfang) von hoch bis tief einmal durchsummen und dann beim tiefsten Ton den Mund öffnen und mit den Knien wippen, bis der gesamte Körper auf und ab hüpft und der Kiefer entspannt ist. Sicherlich für alle Außenstehenden eine sehr amüsante Angelegenheit, die 40 Leute in einem Raum auf und ab wippen sehen, für uns jedoch sehr sinnvoll 🙂 Nach dem Einsingen haben wir mit unserer großen Ensemblenummer begonnen, „Voulez vous“ aus dem Musical Mamma Mia geschrieben von ABBA, die später in Theatredance gestaged werden soll. (http://www.youtube.com/watch?v=BmUSETDRN7g) Heute haben wir alle zuerst einmal nur die Melodiestimme gelernt, damit es leichter ist sich die Ober-/Unterstimmen zu merken, da sie beide auf der Melodiestimme aufbauen, denn das Stück besteht aus 3 Chören, die jeweils von einem Semester gesungen werden sollen.

Nach einer Mittagspause ging es für mein Semester in Ensemblegesang mit den Proben für Spring Awakening weiter. Denn schon morgen singen wir zwei Stücke aus dem genannten Musical bei einem get together von Stage Entertainment, auf der Cap San Diego, einem Museumsschiff im Hamburger Hafen.(http://www.capsandiego.de/)

Wir Mädels beginnen den Abend mit „Mama who bore me“ ( http://www.youtube.com/watch?v=I5bwdxuP0Gw) und weiter geht es mit “ My Junk“ (http://www.youtube.com/watch?v=5e-McEzO3oI), das wir alle zusammen singen werden. Begleitet werden wir da von Mathias, einem Gittaristen aus dem Orchester von „Ich war noch niemals in New York2. Falls ihr uns hören beziehungsweise sehen wollt, kommt doch am 11. September zum Jungfernstieg, denn dort treten wir um 21 Uhr mit einem 30 minütigen Programm auf einer Bühne der Hamburger Theaternacht auf. Das Programm besteht ausschließlich aus Songs aus Spring Awakening, wobei ich noch nicht verraten werde, um welche es sich handelt 🙂

Als nächstes hatten wir Schauspiel bei Zapo. Eines seiner Ziele ist es, dass wir am Ende des Semesters alle einen Salto rückwärts aus dem Stand beherrschen, denn unser Thema wird sein „Zirkus und Bohème“, auch eine Anspielung auf sein Buch. („Salto rückwärts aus dem Stand“ von Zapo Schwalbe http://www.theaterjobs.de/shop/product_info.php?info=p29_Salto-rueckwaerts-aus-dem-Stand.html) Heute haben wir verschiedene Sprungübungen gemacht um diesem Ziel etwas näher zu kommen. Außerdem machen wir viele Hebungen und Bewegungsabläufe, in denen wir mit Hilfe der anderen durch die Luft fliegen. Ich habe solche akrobatischen Übungen schon immer gerne und mit viel Freude gemacht und mit Jan, meinem heutige Partner ging es sehr gut, da er mich super heben konnte. Ich habe Anlauf genommen und er musste mich über den Kopf stemmen und wenn ich über dem Schwerpunkt „hing“, also genau im Gleichgewicht war, durfte ich versuchen mich zu strecken um in der bekannten „Dirty Dancing Hebung“ zu enden. ( siehe Min : ) Es hat zwar noch nicht ganz funktioniert aber es war ein toller Anfang, hierbei ein großes Danke an Jan fürs Heben 🙂

Weiter ging es mit einem Salto rückwärts, tatsächlich aus dem Stand aber mit Hilfestellung von 4 Kommilitonen. Ich durfte es als erstes probieren und bin hoch geflogen, ich kann nur sagen ich hatte einen wahnsinnigen Spaß.

Anschließend hatte ich mein Feedbackgespräch mit Zapo, bezüglich der letzten Prüfungen. Ich muss es noch lernen meine Aktionen und Handlungen nicht so sehr aus dem Oberkörper und den Schultern zu steuern, sondern eher aus dem Becken und den Beinen. Das hilft auch auf der Bühne natürlicher rüber zukommen. Ein wichtiger und großer Schritt für mich, verbunden mit einem langen Lernprozess, doch ich werde mich von nun an sehr darauf konzentrieren und hoffe auf einen baldigen Erfolg 😉

Damit am Samstag auch alles glatt läuft haben wir noch eine Durchlaufprobe gemacht, in der wir nochmal die Wege abgegangen sind, das Staging verinnerlicht und die Mikropositionen geklärt haben. Denn letztendlich wollen wir es am 11. ordentlich krachen lassen.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend

liebste Grüße

eure Céline

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