Von Clicktracks bis hin zu FOH


Der heutige Tag wurde von vielen Fachbegriffen geprägt.
Neben Modern, Ballett, Korrepitition, Interpretation und Jazz, hatte ich Musikpraxis, doch heute nenne ich dieses Fach besser „Technik im Musicalbuissiness und alles was dazu gehört“. Sebastian hat uns heute viel erklärt, was für einen Darsteller eigentlich wissenswert ist, von dem die Meisten aber nur sehr wenig Ahnung haben.
Es begann mit dem Thema „Headsets“.
Um den Zusammenhang zu erklären, muss ich vorher unseren Auftritt am Jungfernstieg vergangenen Samstag erwähnen, der uns allen wahnsinnig viel Spaß gemacht hat, bei dem aber leider einige technische Probleme aufgetreten sind, beispielsweise war die Musik manchmal so laut, dass wir uns leider selbst gar nicht mehr hören konnten. So hat Sebastian dann angefangen uns einiges rund um Mikros und deren Technik zu erklären. Er begann mit dem Thema „Rückkopplungen“, die ja leider sehr oft auftreten. Diese entstehen, wenn ein Lautsprecher das Signal eines Mikrofons wiedergibt und gleichzeitig das Mikrofon dieses Signal erneut aufnimmt, wenn es zu nahe am Lautsprecher steht. Das Signal wird erneut verstärkt, über den Lautsprecher wiedergegeben und es entsteht dieser uns allen bekannte fiese hohe und immer lauter werdende Ton.
Doch nun zu den Headsets. Hierbei handelt es sich um kleine Mikrofone, die in den großen Shows meist am Haaransatz oder an der Wange befestigt werden.

Sie nehmen den Klang/Ton von schräg oben auf, wodurch bei Duetten, bei denen sich die Partner gegenüberstehen, das Mikro des einen Darstellers heruntergepegelt werden muss, damit kein Feadback (Rückkopplung) entstehen kann.
Während den Shows hören die Darsteller das Orchester und die eigene Stimme meist durch die Monitorboxen, die direkt auf beziehungsweise unter der Bühne positioniert sind. Wenn nicht, sind sie stolze Besitzer, des sogenannten „in ear monitoring“, einem kleinen Stöpsel im Ohr, auf den ein persönlicher Mix vom Tontechniker eingespielt wird, denn der eine hört lieber sich selbst lauter, der andere die Gitarre, um sich mit der eigenen Stimme daran zu orientieren.

Vorteile des In-Ear-Monitorings sind:

* Der Höreindruck bleibt stets konstant, egal ob man sich im Proberaum oder auf einer Bühne befindet.
* Über ein In-Ear-Monitoring-System können Regieanweisungen z. B. bei Fernsehübertragungen übertragen werden, ohne dass die Zuschauer es merken.
* Geringere Lärmbelastung für die Darsteller auf der Bühne.

Das nächste Thema waren die sogenannten „Clicktracks“. Hierbei handelt es sich um Aufnahmen, die während des Stückes abgespielt werden, um das Ensemble und die Darsteller generell zu unterstützen. Sehr praktisch bei komplizierten Tanzszenen 🙂 Das Orchester spielt live, während die unterstützenden Stimmen auf Knopfdruck gestartet werden. Der Beginn des Clicktracks muss also haargenau mit dem Beginn des Orchesters übereinstimmen, damit die beiden Spuren synchron, also zeitgleich ablaufen können. Gestartet werden diese meistens vom Tontechniker, manchmal aber auch vom Drummer oder dem Dirigenten selbst. Damit so ein Anfang auch zeitgleich verlaufen kann, wird den Musikern, bevor der Clicktrack beginnt, ein Countdown eingespielt, bei dem sie natürlich genaustens wissen müssen, wann sie starten sollen.

Hierbei fiel dann der Begriff „FOH“ ins Spiel, mit dem ich persönlich nichts anfangen konnte, denn der Tontechniker arbeitet vom FOH aus. FOH bedeutet „front of house“, also das Vorderhaus eines Theaters, welches das Foyer und den Saal, eben die Orte für das Publikum beinhaltet. Der Gegensatz dazu heißt „Hinterhaus“, welches die Garderoben, Büros und natürlich die Bühne einschließt.

Weiter ging es mit der GEMA und der GVL, zwei für uns sehr wichtige Institutionen.

Die GEMA ist die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“.Sie vertritt die Nutzungsrechte des Urheberrechts von Komponisten, Textern und Interpreten. Denn jeder, der nicht eigens geschriebene oder komponierte Musik öffentlich nutzt, muss eine bestimmte Summe an die GEMA zahlen, um die Nutzungs- beziehungsweise Aufführungslizenz zu erwerben. Wer dies nicht tut, muss im Falle des Bekanntwerdens natürlich mit hohen Strafen rechnen.

http://www.gema.de/

Eine andere Verwertungsgesellschaft, die wir heute kennenlernen durften, ist die GVL, die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten.Diese 1959 gegründete Institution nimmt die Zweitverwertungsrechte der ausübenden Künstler wahr.Das bedeutet, dass jeder angemeldete Künstler, sofern er alle Jobs vertraglich nachweisen kann, eine Summe Geld bekommt, sofern ihre Beiträge im Hörfunk oder Fernsehen liefen, in Diskotheken, Gaststätten oder Hotels wiedergegeben wurden, aufgenommen oder in Bibliotheken zum Verleih ausgestellt sind. Somit behält der Künstler einige seiner Rechte und verdient so mit am Verkauf oder Vertrieb des Beitrags.

https://www.gvl.de/

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig der Technik im Musicalberuf näher bringen 😀
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, bis die Tage
eure Céline

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