Auditiontraining


Da wir jetzt ja im Abschlussjahr sind und gerne nach der Schule nicht auf der Straße stehen wollen, gehen wir regelmäßig zu Auditions. Für mich ist ja die Tanzaudition immer die schlimmste. Gar nicht, weil ich mich im Tanzen so schlecht fühle, sondern viel mehr, weil man sich irgendwie nicht richtig darauf vorbereiten kann. Man weiß nie, was kommt. Für die Gesangsautdition kann man sich ja genau vorbereiten. Man nimmt immer Lieder mit, die man eh gerne singt und mit denen man seine Stärken zeigen kann oder man kriegt Material geschickt, das man im Vorfeld probieren kann. Aber bei einem Tanzcall weiß man nie, was kommt. Man lernt die Choreografie vor Ort. In 20 Minuten. Und das ist echt aufregend und auch ein bißchen schlimm. Sich das alles so schnell zu merken erfordert wirklich äußerste Konzentration und ist wahnsinnig nervenaufreiben. Denn schließlich ist man da ja nicht alleine, sondern mit vielen anderen. Und man schaut sich gegenseitig zu! Das erhöht den Druck dann natürlich noch mehr. Wenn man sieht: „Oh, die hat gerade eine doppelte Piruette total sauber gedreht und ich nicht!“ oder „Oh, die kann mit ihrem Fuß ihre Schläfe streicheln! Verdammt, ich komm nur auf 90 Grad wenn ich mein Bein schmeiße!“ und so weiter und so fort.

Richtig vorbereiten kann man sich also auf einen Tanzcall nicht. Naja, oder doch? In diesem Semester versuchen wir genau das zu tun! Der Lehrinhalt unseres Jazz Unterrichts hat sich nämlich deutlich geändert. „Auditiontraining“ ist jetzt das Motto. Vor allem üben wir jetzt das schnelle „Pick Up“, also das schnelle Merken von Choreografien, und das umsetzen von verschiedenen Tanzstilen. Dazu lernen wir eigentlich in jeder Stunde mehrere unbekannte Choreografien oder Diagonalen. Diese Choreografie tanzen wir dann beispielsweise auf unterschiedliche Musik und versuchen die Bewegungen dem Stil anzupassen, ohne aber die Tanzschritte zu verlieren. Außerdem, hat sich jeder von uns eine eigene Choreo ausgedacht und in jeder Stunde ist einer der „Dance Captain“ und lehrt den anderen seine Choreo, seinen persönlichen Stil.

Und da wir in der letzten Woche bei deiner Audition Jazzwalks zeigen mussten, begann unsere heutige Jazzstunde auf Highheels. Durch die Diagonale, immer und immer wieder. Mal mit Piruetten, mal ohne. Mal mit Kicks, mal ohne…….. Kurzer Hand haben wir immer und immer wieder neue Schrittfolgen gelernt und versucht, diese möglichst sauber und präzise umzusetzen, ohne die Ausstrahlung zu verlieren. Das war echt anstrengend, aber auch sehr gut! Das bringt so viel!

Nach den „Jazz-Walks“ durfte ich dann noch den anderen meine Choreo beibringen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich hab mir ein kleines Roboterstück ausgedacht. Der Roboter wird eingeschaltet, lernt zu laufen, merkt, dass er gesteuert wird und versucht eine Fluchtmöglichkeit zu finden. Schließlich überwindet er seinen „Macher“ und kann flüchten. Zur Einstimmung könnt ihr euch mal die Musik anhören. Vielleicht gibts demnächst auch ein grandioses Video davon!

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