Eine Küche im Kopf


Guten Abend ihr Lieben,

– man kann die Tage bis zur ersten Prüfung nun schon an beiden Händen abzählen. Das ist mir gerade aufgefallen als ich überlegt habe, was ich heute schreiben werde. Ich bin soeben aus der Schule gekommen, weil wir heute Abend nach dem Unterricht noch unsere Choreografie für unsere SongLit-Präsentation, die erste Prüfung am 5.12., durchgegangen sind.
Ich sitze in der Küche. Meine Kartoffeln kochen auf dem Herd, die Dunstabzugshaube pustet, die Waschmaschine schleudert auf Hochtouren. So in etwa fühlt es sich momentan auch in meinem Kopf an; der Fokus liegt auf so vielen Dingen gleichzeitig.
Da kann es schnell passieren, dass man sich zu sehr verausgabt und der Körper sich zu Wort meldet. Gerade in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, sein Immunsystem zu stärken und sich warm zu halten. Ansonsten geht es einem so wie mir letzte Woche. Denn wie ich in meinem letzten Blog schon geschrieben hatte – meine Krankheitsanzeichen hatten sich dann tatsächlich noch verstärkt und mir eine große Erkältung beschert (Ich sollte Dichter werden).

Wir haben in letzter Zeit alle nochmal einen ordentlichen Fortschritt gemacht aber je mehr man nun auf die Prüfungen zuarbeitet, und das ist natürlich weiterhin noch notwendig (denn besser geht es immer ;)), desto anstrengender ist es, das Niveau zu halten. In der einen Jazzstunde stecken wir alle voller Energie und in der nächsten fällt es einem dann wieder schwerer, die Piroutte sauber zu drehen, die Balance zu halten, an das Gesicht und die Ausstrahlung zu denken,…
In der letzten Jazzstunde ging es mir zum Beispiel so. Das lag aber nicht nur an meiner körperlichen Verfassung, sondern auch an dem Boden. Ihr müsst wissen, dass Tanzböden manchmal sehr eigen und launisch sein können. Sie lassen sich gerne vom Wetter beeinflussen und sind mal glatt und mal rutschfest, sodass man nicht schleifen kann. Man sollte sich in jedem Fall vorm Tanzen schon immer bewusst machen wie der Boden ist, damit keine Überraschungen aufkommen. Es gibt zum Beispiel den Trick, dass man sich seine Ledersohlen etwas nass macht, falls der Boden sehr glatt ist.

So langsam geht es wirklich an’s Gewöhnen an die Ernstsituation. Da viele unserer Prüfungen in unserem größten Studio „New York“ stattfinden werden, gilt es nun, die Zeit in diesem Raum sinnvoll zu nutzen. Zum Beispiel muss man sich daran gewöhnen, dass die Tours Chaînés (Drehung auf gestreckten Beinen über die Diagonale) auf einem längeren Weg zurückgelegt werden müssen und dass es schwerer ist, in diesem Raum zu singen als in einem kleinen.
Es gibt aber auch große Vorteile: In Ensemble gibt uns der Raum beispielsweise ganz viel Energie. Dadurch, dass wir den Raum zu einer Bühne mit Bühnenlicht umfunktionieren können, bekommt er nämlich innerhalb weniger Minuten einen ganz anderen Charakter. Jetzt stehen die Kostüme auch soweit fest, was uns auch nochmal auf anderem Wege die Möglichkeit gibt, uns die Songs interpretatorisch und darstellerisch zu eigen zu machen.

Samstag steht bei uns wieder großes Proben für SongLit an. Nachdem wir letztes Wochenende bereits geklärt haben, was sich während der Soli auf der Bühne abspielt und wo sich wer wann befindet, geht es kommenden Samstag darum, das zunächst Improvisierte genau festzulegen und die Routine zu bekommen. Dafür haben wir auch zwei Stunden einen Pianisten an unserer Seite. Ablenkung bekommen wir zwischendurch vom fünften Semester geboten, das seine Aufführung von „The Fantasticks“ hat.

Meine Wäsche und Kartoffeln sind inzwischen fertig, gleich gibt es zum Nachtisch ein paar der ersten Plätzchen von Oma.
Wir backen derzeit zwar noch keine Weihnachtsplätzchen, aber dafür unser Programm für die entscheidenden Tage… „Eine Küche im Kopf“. Hoffen wir, dass es den Juroren am Ende schmeckt und wir eine postive Kritik erhalten!

Habt noch eine schöne Woche!

Euer Felix

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