concentrazione


Hallo ihr Lieben,

heute gibt es mal einen Eintrag am Donnerstag – gestern Abend wurde es für uns alle sehr spät.
Nach unseren normalen Unterrichten stand anstatt des dreistündigen Seminarslots und darüber hinaus nämlich die vorgezogene Abschlussprüfung zweier Schüler an.
Ab dem fünften Semester darf man auf Auditions gehen. Wenn man dann ein Engagement erhält, das schon vor Beendigung des sechsten Semesters beginnen würde, hat man die Möglichkeit, die Abschlussprüfung vorzuziehen.
An dem gestrigen Tag gab es zunächst die Tanzprüfung, bei der von einem Gastchoreografen (diesmal Nadja Scheiwiller) vier Choreografien gezeigt werden. Für jede Choreografie gibt es 30 Minuten für das Einstudieren und die Präsentation. Dabei werden die ersten 15 Minuten Richtung Spiegel getanzt, danach zur Jury, erst in großer Gruppe und zum Schluss in Kleingruppen zu dritt oder viert.
Es werden natürlich unterschiedlichste Stile getanzt und man muss sehr auf Details achten, deshalb sollte man auf alles vorbereitet sein und alle Tanzschuhe mitnehmen, die man hat 😀 Auch wir, das 4. Semester, durften als Unterstützung mitmachen – gleichzeitig war das dann schon ein Probedurchlauf für nächstes Jahr, wo wir dann auch offiziell geprüft werden.
Die erste Choreo war sehr jazzig á la Flashdance – viele Posen, Drehungen und vor allem Ausstrahlung. Die zweite Choreo dagegen war eine Modernchoreo zu einem Song von Florence and the machine (ich hab sie schon mal live gesehen! ;)), bei der es dann sehr auf lange, flüssige Bewegungen ankam und es Platz für eine eigene Geschichte und Interpretation gab. Als dritte haben wir tatsächlich eine Tarzan-Affen-Choreografie gelernt – das war seeehr witzig. Sie fing natürlich direkt auf dem Boden in der Hocke an; es folgten Sprünge, Drehungen in der Luft und Radschläge mit geflexten Füßen. Zu guter letzt dann noch eine Steppchoreo zu „Run boy run“ von Woodkid. Mit 15 Leuten und 30 Steppschuhen im Raum kommt schon ein gewaltiger Sound zu Stande, das macht dann umso mehr Spaß.
So viele Choreografien in kurzer Zeit zu lernen ist für den Kopf wirklich eine Herausforderung, weil er dauerhaft konzentriert sein muss. Wenn eine Choreo fertig war, dann musste man diese quasi gleich wieder verwerfen und seine volle Aufmerksamkeit der nächsten widmen. Ich habe das Gefühl, dass der Körper in einer Prüfungssituation das doppelte an Schweiß produziert, als was er im normalen Unterricht tut – wobei, das ist ja auch irgendwie naheliegend, weil man sich von seiner besten Seite zeigen möchte und dann erst recht alles gibt. Ich merke mir für das nächste Mal, dass ich mir auf jeden Fall noch mehr Wasser zur Seite stellen sollte ;D
Es hat sehr viel Spaß gemacht, einfach mal wirklich nur Choreografien zu tanzen, ohne großartig auf Technik etc einzugehen, denn letztendlich kommt es ja auf die Performance und die eigene Persönlichkeit an.

Anschließend war es für die zwei Prüflinge aber noch nicht vorbei. Nach einer halbstündigen Pause und Umbau des Studio New Yorks zu einer Bühne, wurde Gesang geprüft. Das lief so ab wie bei einer normalen Prüfung auch – man sang erst seinen Wahlsong und dann entschied die Jury, was sie noch hören wollte. Direkt danach wurden auch noch zwei Schauspielmonologe gezeigt.
Mich hat es sehr begeistert, mit was für einer Souveränität die beiden ihr Programm gemeistert haben, denn direkt nach dieser Tanzprüfung so viele Song- und Schauspieltexte abzurufen mit dem Gedanken, dass man sich gerade mitten in seiner Abschlussprüfung befindet, ist sicherlich nicht leicht.
Zum Schluss gab es auch noch eine Worksession. Jeder Prüfling musste eine Hauptrolle vorbereiten, das heißt alle Songs und Sprechtexte auswendig können und ein erstes Spielangebot darbieten. Bei dieser Prüfung hatten beide eine Rolle aus „Rent“, auch die anderen Schüler aus ihrem Semester standen als Spielpartner in den anderen Rollen (allerdings mit Textbuch in der Hand) zur Verfügung. Die Jury gab ihnen Anweisungen, die sie dann umsetzen mussten. Das konnten Anweisungen bezüglich der Rollenentwicklung, der äußerlichen Darstellung oder rein musikalische sein.

Es war ein sehr emotionaler Tag für uns alle, denn in dem Wort Abschlussprüfung steckt nun mal das Wort „Abschluss“ und damit auch Abschied. Zwar sind es nicht Schüler aus meinem Semester, die jetzt auf die großen Bühnen gehen, aber trotzdem fühlen wir uns alle sehr verbunden – denn schließlich sind wir eine große Familie!

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